Cultured Fish

Der Mensch ist so viel Fisch wie nie zuvor. Kein Wunder, denn Fisch schmeckt nicht nur, das Fleisch ist auch extrem gesund. Eigentlich. Denn durch die Verunreinigung der Ozeane und intensiven Medikamenteneinsatz in der Aquakultur gerät intensiver Fischkonsum zum Gesundheitsrisiko. Von den ökologischen Problemen ganz zu schweigen. Cultured Fisch, also im Labor gezüchtetes Fischfleisch, hat das Potenzial, all diese Probleme zu lösen.

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Vorteile von Cultured Fish

Ökologische Vorteile von Cultured Fish

Die konventionelle industrielle Fischerei verursacht zahlreiche Probleme. Sie tötet jährlich hunderte Milliarden von Fischen - viele davon sterben sogar völlig unnötig als Beifang -, gefährdet das natürliche Gleichgewicht des Ökosystems Meer und verursacht obendrein eine gewaltige Menge an Emissionen. Mit Cultured Fish steht nun eine Alternative bereit, die all diese Probleme nahezu vollständig beseitigt.

Tierwohl

Fische empfinden Stress und vermutlich sogar Schmerz – allein deswegen gilt es das Konzept der industriellen Fischerei zu überdenken. Auch die Tatsache, dass jährlich mehrere hundert Milliarden Fische für unseren Genuss oder als Beifang sterben, macht es nicht besser. Gut, dass es eine innovative Lösung gibt.

 

Keine Tötungen

Laut Schätzungen der Tierschutzorganisation Peta landen weltweit jedes Jahr 320 Milliarden Fische auf unseren Tellern  – das heißt, um unseren Appetit auf Fischfleisch zu stillen, müssen mehr als 40-mal so viele Tiere sterben, wie es Menschen gibt. Diese Zahl für sich genommen ist mit Blick auf den Tierwohlgedanken schon problematisch. Noch schlimmer wird es beim Gedanken daran, welchen Stress Fische empfinden müssen, wenn Sie im Netz – beziehungsweise in Aquakultur im Kescher -landen. Und vor dem Hintergrund, dass Fische die körperlichen und geistigen Voraussetzungen mitbringen, um Schmerz zu empfinden und dies nach Ansicht vieler Forscher auch tun.  Tierwohl sieht andersaus!

Kein Beifang

Nun könnte man sagen, dass diejenigen Fische, die auf unseren Tellern landen, wenigstens für einen guten Zweck leiden und sterben. Aber: Es sterben eben nicht nur diejenigen Fische, die wir verspeisen. Laut Schätzungen von Greenpeace sterben jedes Jahr 100 Millionen Haie und Rochen sowie rund 300.000 Wale und Delfine als Beifang der industriellen Fischerei – ohne jede Notwendigkeit. Wie viel Beifang jährlich insgesamt entsteht, ist unklar. Schätzungen von Greenpeace reichen von 6,8 bis hin zu 27 Millionen Tonnen Fisch.

Lösung: Cultured Fish

Ein Umstieg auf Cultured Fish würde beide Probleme lösen. Angesichts der Tatsache, dass im Labor lediglich Fischfleisch und kein ganzes Lebewesen gezüchtet wird, muss auch kein Lebewesen Stress empfinden, Schmerz erleiden oder sterben.

Überfischung

Laut dem World Wide Fund For Nature (WWF) stellt die weltweite Überfischung eine der größten Bedrohungen sowohl für die Gesundheit der Meere als auch für das Überleben der Meeresbewohner dar. Mit Stand Juli 2018 galten 60 Prozent der kommerziell genutzten Bestände weltweit als maximal genutzt, ein Drittel sogar als überfischt. Noch dramatischer ist die Lage beispielsweise im Mittelmeer. Hier sind laut WWF mehr als 60 Prozent der Bestände überfischt.

Überfischung gefährdet Ökosystem

Fische nehmen eine wichtige Funktion im Nahrungsnetz anderer Fische und Meeressäugetiere ein. Dadurch, dass die Fischerei sich auf bestimmte Fischarten konzentriert und speziell diese in rauen Mengen aus dem Meer holen, wird das Nahrungsnetz auf den Kopf gestellt. Am beliebtesten sind im Normalfall große Fischarten. Diese werden zuerst dezimiert. Dadurch verlieren einige der kleineren Arten ihre natürlichen Fressfeinde, was zu Überpopulationen führt. Frisst die überrepräsentierte Fischart nun ihrerseits wiederum eine kleinere Fischart, so ist diese aufgrund einer zu großen Zahl an Fressfeinden bald vom Aussterben bedroht. Diese Kette lässt sich bis ins Reich der Meerespflanzen fortführen.

Gleichzeitig ist in der Fischerei „Fishing down the food web“ die gängige Praxis. Heißt: Lohnt sich der Fang einer stark dezimierten großen Fischart nicht mehr, so landet künftig die nächstkleinere – in der Regel die Beute der großen Fische – in den Netzen der Fischer. Die Größe der sogenannten „Zielfische“ reduziert sich also stetig. So gefährdet und verändert die Fischerei das Gleichgewicht im Nahrungsnetz und in der Folge auch im Ökosystem Ozean. Hinzu kommt, dass dadurch vielerorts nicht-industrielle Fischer ihre Lebensgrundlage verlieren. Wo kein Fisch, da kein Einkommen durch die Fischerei. Regierungen versuchen dieser Entwicklung mit Subventionen, geschätzte 22 Milliarden Dollar pro Jahr, entgegenzuwirken – diese kommen jedoch nur selten bei den kleinen Fischern, sondern vielmehr bei den großen Fischereibetrieben an. Dadurch wird die Überfischung sogar noch verstärkt.

Die Lösung: Cultured Fish

Schon der Trend hin zur Fischzucht in Aquakultur ist mit Blick auf die Überfischung der Ozeane ein Schritt in die richtige Richtung. Ein Umstieg von der konventionellen hin zu Cultured Fish würde das Überfischungs-Problem vollständig lösen. Denn anstatt einen ganzen Fisch aus dem Meer zu entnehmen, wird der Teil des Fisches, den der Mensch konsumieren möchte, im Labor kultiviert: das Fleisch.

Emissionen

Laut einer Untersuchung der James-Cook-Universität und der Universität Montpellier aus dem Jahr 2020 hat die industrielle Fischerei seit 1950 weltweit mehr als 730 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt. 20,4 Millionen Tonnen allein im Jahr 2014 – das Äquivalent zu dem, was 4,5 Millionen Autos im Jahr verursachen. Die Ursachen sind verschieden.

Fischfang

Da wären zunächst die Treibhausgase, die die Fischerboote durch die Verbrennung von fossilem Treibstoff verursachen. Wie viel Treibstoff in der industriellen Fischerei verbraucht wird, zeigt eine Untersuchung der Umweltforscher Robert Parker von der University of Tasmania in Australien und Peter Tyedmers von der Dalhousie University in Kanada: Der Verbrauch variiert nach Art des Fisches. Sardinen schlagen mit vergleichsweise geringen 71 Litern Diesel pro Tonne zu Buche, weißer Thunfisch schon mit 1612 Litern je Tonne. Besonders treibstoffintensiv ist der Fang von Shrimps und Hummern mit 2923 Litern Diesel pro Tonne. Das entspricht rund 42.000 gefahrenen Kilometern mit einem Diesel-Pkw.

Einen vermutlich weniger offensichtlichen Emissionsherd im Zusammenhang mit der industriellen Fischerei hat die Untersuchung der James-Cook-Universität und der Universität Montpellier aufgetan: Fische sind schwimmende Kohlenstoffspeicher. Bei großen Fischen, beispielsweise Thunfische, Makrelen und Haie, macht der Kohlenstoffgehalt im Körper zwischen 10 und 15 Prozent Prozent aus. Dieser Kohlenstoff würde mit dem Tod des Fisches zum Grund des Meeres absinken und dort für Jahrtausende, wenn nicht Jahrmillionen gespeichert. Wird der Fisch aber durch die Fischerei entnommen, so gibt er diesen Kohlenstoff in die Atmosphäre ab.

Grundschleppnetzfischerei

Ein weiterer Emissionsherd im Zusammenhang mit der industriellen Fischerei ist die sogenannte Grundschleppnetzfischerei. Dabei werden beschwerte Netze auf den Meeresgrund herabgelassen und anschließend hinter einem Schiff hergezogen. Dadurch wird laut einer Studie, die im März 2021 im Nature Magazin veröffentlich wurde, mehr CO2 freigesetzt, als durch den gesamten weltweiten Luftverkehr entsteht. Der Grund: Die Meeressedimente sind die weltweit größten Kohlendioxidspeicher. Das Ziehen der Netze über den Meeresgrund zerstört nicht nur den Lebensraum vieler Meeresbewohner, sondern setzt auch CO2 ins Meer frei. Das führt zu einer Übersäuerung des Meeres und dazu, dass die Meere, die im Normalfall rund 30 Prozent des vom Menschen verursachten Kohlenstoffdioxid absorbieren, weniger CO2 aus der Luft aufnehmen können. So ist die Grundschleppnetzfischerei jährlich für rund eine Gigatonne Kohlenstoffdioxid verantwortlich, das zu erheblichen Teilen in der Atmosphäre landet.

Transport

Hinzu kommen beim Fisch die Emissionen, die der Transport verursacht. Schließlich muss der Fisch vom Heimathafen des Fischerboots in die Kühltheke beziehungsweise Tiefkühltruhe gelangen. Die bessere Bilanz hat hier der Tiefkühlfisch, der zunächst per Schiff und dann mit dem Lkw in den Supermarkt gelangt. Eine sehr schlechte Bilanz hat frischer Fisch. Aufgrund seiner Verderblichkeit muss dieser per Flugzeug transportiert werden – das verursacht pro Tonne im Schnitt 170-mal so viele Emissionen wie der Transport mit dem Schiff. Und in Deutschland betrifft das jährlich immerhin 17286 Tonnen Fisch.

Die Lösung: Cultured Fish

Auch mit Blick auf die Emissionen trägt die Tatsache, dass inzwischen knapp jeder zweite verzehrte Fisch aus Aquakultur stammt, dazu bei, die Lage zu verbessern. Mit einem Umstieg auf Cultured Fish ließen sich jedoch nahezu die gesamten oben beschriebenen Emissionen vermeiden. Kein Fischfang, damit auch keine Grundschleppnetze und deutlich verkürzte Transportwege – schließlich lässt sich Cultured Fish im Prinzip überall herstellen, sogar in der Innenstadt.

Gesundheitliche Vorteile von Cultured Fish

Fisch ist gesund, schließlich ist Fischfleisch reich an Eiweiß und gesunden Fetten. So zumindest die Theorie. Denn auch wenn Fisch in Sachen Nährstoffgehalt im Allgemeinen eine sehr positive Bilanz aufweist – Schadstoffgehalt und Antibiotika-Einsatz trüben das Bild vom sauberen Fischfleisch.

Verunreinigungen

Seit jeher nutzt der Mensch die Ozeane als Müllhalde. Die zunehmende Verschmutzung, die diese jahrhundertelange Praxis verursacht, trifft besonders die Meeresbewohner. Und dadurch indirekt auch den Menschen – schließlich verzehren wir die belasteten Fische.

Mikroplastik

Bei rund 25 Prozent des Mülls, den der Mensch in die Meere eingebracht hat, handelt es sich um Plastik. Und auch wenn wir es inzwischen besser wissen – wir tun es noch: Pro Jahr entsorgt der Mensch weitere 5 bis 12 Tonnen Plastik in den Ozeanen, während dort bereits vorhandener Plastikmüll jahrhunderte- oder gar jahrtausendelang umhertreibt. Denn statt sich aufzulösen und zu verschwinden, zerfällt dass Plastik in immer kleinere Teilchen.  Dieses sogenannte Mikroplastik – so werden Teilchen bis zu einem Durchmesser von 5 Millimetern bezeichnet – verwechseln Meeresbewohner mit Nahrung und nehmen es auf. Kaum ein Fisch, der auf unseren Tellern landet, ist heute noch frei von Mikroplastik . Untersuchungen zum Effekt von Mikroplastik auf die menschliche Gesundheit gibt es bislang kaum. Im Tierversuch reichen die gesundheitlichen Folgen von Schäden im Magen-Darm-Trakt über Beeinträchtigungen von Fortbewegung, Wachstum und Fortpflanzung bis hin zu Verhaltensänderungen.

Kein Quecksilber

Quecksilber ist giftig. Eine erhöhte Quecksilber-Belastung kann bei Kindern zu einer Beeinträchtigung der Gehirnentwicklung, bei Erwachsenen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nervenschädigungen  sowie Nieder- und Leberschäden . Eine mögliche Quecksilber-Quelle ist Fisch.
Kohlekraftwerke und Bergbau geben jährlich rund zweitausend Tonnen Quecksilber in die Atmosphäre ab. Dieses Quecksilber landet zum Teil im Meer, wo es die Meeresbewohner aufnehmen.  Besonders hoch ist die Quecksilber-Belastung bei großen Fischen, also solchen, die am Ende der Nahrungskette stehen – beispielsweise der Thunfisch. Logisch: Mit jedem Fisch, den der große Fisch frisst, nimmt er eine weitere Dosis des Gifts zu sich. Verzehrt nun der Mensch Thunfisch, gelangt das Quecksilber in den menschlichen Körper. Mit – je nach Dosierung – teils dramatischen Folgen.

Die Lösung: Cultured Fish

Cultured Fish wird im Labor unter sterilen Bedingungen gezüchtet. Dadurch lassen sich Verunreinigungen wie Mikroplastik oder Quecksilber, die durch äußere Einflüsse entstehen, vollständig ausschließen. Ein Umstieg auf Cultured Fish würde damit Fischgenuss ohne gesundheitliche Bedenken ermöglichen.

Kein Einsatz von Antibiotika

Mehrere Hunderttausend Tote jährlich – das sind die Auswirkungen von Antibiotikaresistenzen, mit denen wir die schon jetzt zu kämpfen haben. Laut Schätzungen der WHO könnte diese Zahl bis 2050 auf bis zu 10 Millionen Tote pro Jahr anwachsen.  Auch unser gegenwärtiger Fischkonsum verstärkt diesen Trend.

Antibiotika-Resistenzen

Die Gabe von Antibiotika erfolgt vor allem bei der Fischzucht in Aquakulturen. In Bio-Aquakulturen, beispielsweise in Norwegen, sind Antibiotika verboten – in anderen Ländern aber nicht. Aufgrund hoher Besatzdichten und bestenfalls geringer Artenvielfalt besteht dort für die Fische ein erhöhtes Krankheitsrisiko. Um den Bestand und damit auch den Ertrag nicht zu gefährden, kommen hier Antibiotika zum Einsatz. Meist sogar präventiv, also ohne eine ersichtliche gesundheitliche Bedrohung für die Tiere, oder als Wachstumsbeschleuniger.
Das Problem: Der Einsatz von Antibiotika birgt die Gefahr von Resistenzbildungen. Das bedeutet, dass Bakterien um die für sie tödlichen Stoffe herum mutieren und so eine Möglichkeit finden, ihnen auszuweichen. Nehmen Menschen solche mutierten Bakterien durch den Verzehr von Fischfleisch auf, so besteht die Gefahr einer bakteriellen Infektion, für die es kein passendes Heilmittel gibt.

Lösung: Cultured Fish

Die Herstellung von Cultured Fish erfolgt in einem von äußeren Einflüssen abgeschotteten, sterilen Labor. Gänzlich ohne Keime und Bakterien, was den Einsatz von Antibiotika obsolet macht. Cultured Fish kann also einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen leisten.

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Arten von Cultured Fish

Die Möglichkeiten, die sich dank des technologischen Fortschritts im Bereich der In-Vitro-Fischzucht ergeben, sind schier unbegrenzt. Im Prinzip lässt sich inzwischen jede Fischart im Labor produzieren. Im Folgenden erfahren Sie, welche bereits jetzt hergestellt werden.

Cultured Tuna

Finless Foods, ein Startup aus Emeryville in Kalifornien, arbeitet daran kultivierten Thunfisch auf den Markt zu bringen. Dieser soll mit rohem Thunfisch in Sushi-Qualität vergleichbar sein und dieselben köstlichen Eigenschaften wie wild gefangener Thunfisch aufweisen. BlueNalu, im kalifornischen San Diego beheimatet, konzentriert sich auf den besonders schmackhaften, aber stark gefährdeten Blauflossen-Thunfisch.

Cultured Salmon

Wildtype Foods hat sich der Herstellung von In-Vitro-Lachs verschrieben. Im kalifornischen San Francisco züchtet das Startup das Fleisch des beliebten Coho-Lachs, auch Silberlachs genannt. Das Unternehmen verspricht Sushi-Qualität, eine zartschmelzende Textur und besten Geschmack.

Cultured Mahi Mahi

Zusätzlich zu Thunfisch arbeitet BlueNalu seit 2019 auch an der Kultivierung von Makrelen. Neben dem Fleisch der beliebten Gelbschwanzmakrele soll auch Goldmakrele aus dem Labor künftig für Fischliebhaber zur Verfügung stehen.

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Herstellung von Cultured Fish

Zur Herstellung von Cultured Fish braucht es weder Fluss, See oder Meer noch Aquakultur. Was es braucht, ist ein Hightech-Labor mit entsprechenden Gerätschaften und jede Menge Know-how. Wie daraus Cultured Fish entsteht, erklären wir im Folgenden.

Schritt 1: Gewebeprobe

Zur Herstellung von Cultured Fish braucht es zunächst einen echten Fisch. Diesem wird mittels Muskelbiopsie eine Gewebeprobe entnommen. Übrigens ohne, dass das Tier dabei zu Schaden kommt.

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Schritt 2: Isolierung von Stammzellen

Im nächsten Schritt werden aus dieser Gewebeprobe Stammzellen isoliert. Stammzellen sind die Vorstufe für die späteren Fleischbestandteile: Muskel-, Fett- und Gewebezellen.

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Schritt 3: Nährmedium

Um die Stammzellen zu Wachstum und Vermehrung anzuregen, die sogenannte Proliferation, müssen sie mit Nährstoffen versorgt werden. Dazu werden die Zellen in ein sogenanntes Nährmedium gegeben. 

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Schritt 4: Bioreaktor

Die Proliferation findet dann in einem sogenannten Bioreaktor statt. In diesem Gerät lassen sich die perfekten Umgebungsbedingungen für die Proliferation herstellen - etwa Sauerstoffgehalt, Temperatur und Kohlenstoffdioxid-Gehalt.

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Schritt 5: Differenzierung

Fleisch setzt sich aus verschiedenen Arten von spezialisierten Zellen zusammen. Muskelzellen, Fettzellen und Gewebezellen. In diese unterschiedlichen Zelltypen müssen sich die Stammzellen verwandeln. Die sogenannte Differenzierung.

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Schritt 6: Fleischaufbau

Zum Schluss geht es darum, die Zelltypen so zu formen, dass sie die Struktur von Fischfleisch annehmen. Dazu braucht es sogenannte Scaffolds, also Gerüste, an denen die Zellen entlangwachsen. Erst dadurch entsteht eine dreidimensionale Form. Die Anforderungen an Scaffolds sind hoch: Sie müssen entweder aus essbarem oder biologisch abbaubarem Material bestehen und obendrein dafür sorgen, dass jede Zelle mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt und durchblutet wird.

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Hersteller von Cultured Fish

Die schier unerschöpflichen Möglichkeiten, die die Technologie zur Produktion von Cultured Fish bietet, rufen immer mehr Startups auf den Plan. Die folgenden Unternehmen arbeiten derzeit an der Herstellung von In-Vitro-Fisch:

  • BlueNalu, USA
  • Finless Foods, USA
  • Wildtype Foods, USA
  • Avant Meats, China
  • Bluu Biosciences, Deutschland

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FAQs

Welche Vorteile hat Cultured Fish?

Die Liste an Vorteilen, die Cultured Fish mit sich bringt ist lang. Neben der Tatsache, dass dabei keine Tiere Schaden kommen, verringert Cultured Fish die negativen Einflüsse des Menschen auf die Ozeane und sorgt im Vergleich zur industriellen Fischerei für wesentlich geringere Emissionen. Darüber hinaus ist Cultured Fish frei von Verunreinigungen wie Mikroplastik und Quecksilber und Medikamenten wie Antibiotika.

Wie teuer ist Cultured Fish?

Alle Hersteller von Cultured Fish verfolgen das gleiche Ziel: Die Herstellungskosten so weit zu reduzieren, dass eine Markteinführung auf dem üblichen Preisniveau von herkömmlichem Fisch möglich ist. Aktuell ist die Industrie davon noch ein Stück entfernt. Da in den vergangenen Jahren allerdings technologische Quantensprünge wie der Verzicht auf fetales Rinderserum gelungen sind, dürfte die Einführung kurz bevorstehen.

Wo kann man Cultured Fish kaufen?

Bislang gibt es Cultured Fish noch nicht zu kaufen. Ausschlaggebend ist, dass die Hersteller mit Blick auf die Produktionskosten bislang noch nicht mit der industriellen Fischerei oder Aquakulturen konkurrieren können. Sobald dieser Schritt jedoch getan ist – und das ist nur eine Frage der Zeit -, gibt es Cultured Fish bei uns zu kaufen.

Ist Cultured Fish gesund?

Im Gegensatz zu Fisch aus industrieller Fischerei, der Verunreinigungen durch Mikroplastik und Quecksilber aufweist, oder Fisch aus Aquakultur, der oft mit Antibiotika behandelt wird, ist Cultured Fish wirklich gesund. Cultured Fish ist reich an Eiweiß, gesunden Fetten sowie zahlreichen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen.

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