Gesundheitliche Vorteile von Cultured Meat

Fleisch, das auf die konventionelle Art in Nutztierhaltung hergestellt wird, birgt sowohl direkte als auch indirekte Gefahren für die Gesundheit der Menschen. Dennoch steigt der weltweite Fleischkonsum stetig an – Verzicht scheint nicht die Lösung sein. Muss es aber auch nicht. Denn Mit Cultured Meat steht eine Alternative bereit, die Fleischkonsum deutlich gesünder macht. Direkt wie indirekt!

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Verbesserung der Ernährungssituation

Rund 821 Millionen Menschen weltweit leben laut dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen in einem permanenten Zustand des Hungers. Einen nicht unerheblichen Beitrag dazu leistet unsere gegenwärtige Art der Fleischproduktion – schlichtweg aufgrund ihrer Ineffizienz. Wir züchten pflanzliche Proteine, um diese anschließend an Tiere zu verfüttern. Das führt im Ergebnis dazu, dass lediglich ein geringer Anteil der produzierten Kalorien auch konsumiert wird. Denn: Zur Produktion einer tierischen Kalorie braucht es – in Form von Futter – 7 pflanzliche Kalorien.

Aktuell verschlingt die Tierzucht – im wahrsten Sinne des Wortes – unglaubliche drei Viertel des weltweit produzierten Mais, ein Drittel der globalen Getreide- sowie mehr als zwei Drittel der Sojaproduktion. Und damit nicht genug: Während im Jahr 2019 noch rund 330 Millionen Tonnen an Fleisch produziert wurden, prognostiziert die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) bis 2050 einen Anstieg auf 455 Millionen Tonnen.

Diese dafür notwendigen pflanzlichen Ressourcen würden unter der Voraussetzung einer gerechten Verteilung ausreichen, um dem Welthunger ein Ende zu bereiten. Keiner der zwischen 30 und 40 Millionen Menschen, die jährlich weltweit an Hunger oder den unmittelbaren Folgen von Hunger sterben, müsste deshalb mehr sein Leben lassen.

ine Lösung der weltweiten Hunger-Problematik wäre also der gänzliche Verzicht auf Fleisch. Das ist aber denjenigen, die seit jeher Fleisch konsumieren, nur schwer zu vermitteln. Und denjenigen Nationen, die inzwischen in Wohlstandsbereiche vordringen, in denen regelmäßiger Fleischkonsum für sie erschwinglich wird, nicht vorzuschreiben. Allein schon aus moralischer Sicht.

Die Lösung: Cultured Meat

Die bessere Lösung ist Cultured Meat. Zwar braucht es auch zur Produktion von kultiviertem Fleisch bestimmte pflanzliche Nährstoffe – diese machen aber im Vergleich zur Nutztierhaltung nur einen Bruchteil aus. Cultured Meat könnte folglich einen erheblichen Beitrag zur Bekämpfung des Welthungers leisten.

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Reduktion von Pestiziden

Etwa ein Drittel der weltweiten Anbauflächen wird zur Produktion von Viehfutter genutzt. Um die angebauten Nutzpflanzen vor Unkraut, Insekten und Pilzbefall zu schützen, kommen vielerorts sogenannte Pestizide zum Einsatz. Und zwar mehr denn je: Laut dem Pestizidatlas der Heinrich-Böll-Stiftung hat sich die Menge an eingesetzten Pestiziden zwischen 1990 und 2017 um rund 80 Prozent erhöht. Trotz ökologischer und vor allem gesundheitlicher Gefahren werden jährlich rund 4 Millionen Tonnen der zugrundeliegenden Giftstoffe ausgebracht.

Herbizide

Bei Herbiziden handelt es sich um Unkrautvernichtungsmittel, also Giftstoffe, die dazu verwendet werden, störende Pflanzen loszuwerden. Der wohl bekannteste Vertreter dieser Gattung dürfte der Wirkstoff Glyphosat sein. Besonders gefährliche Herbizide sind beispielsweise Phenoxyessigsäuren und Paraquat. Phenoxyessigsäuren stehen im Verdacht Krebs, insbesondere Leukämie, auszulösen und hormonell aktiv zu sein. Paraquat, ein Mittel das beispielsweise beim Anbau Kaffee und Baumwolle zum Einsatz kommt, verursacht erwiesenermaßen verschiedene Krankheitsbilder und führt je nach aufgenommener Menge in Ermangelung eines Gegengifts sogar zum Tod.

Insektizide

Insektizide sind Insektenvernichtungsmittel, die zur Vernichtung, Abwehr oder Hemmung von Insekten eingesetzt werden, um die angebauten Futtermittel für die Nutztierhaltung vor einem Befall zu schützen. Besonders gefährliche Insektizide sind:

  • Phosphorsäureester
    Phosphorsäureester führen bei leichter Exposition beispielsweise zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Bei großen Mengen ist mit einer Störung der Nervenfunktion sowie mit Atemstillstand zu rechnen. Nicht umsonst wurden Phosphorsäureester bereits als Nervengas eingesetzt. Prominentes Beispiel: Sarin.

  • Carbamate
    Carbamate zeichnen sich durch eine vergleichbare Wirkungsweise wie Phosphorsäureester aus. Darüber hinaus wird diesen Stoffen eine schwächende Wirkung auf das Immunsystem nachgesagt.

  • Chlorkohlenwasserstoffe
    Diese Insektizide, darunter DDT und Lindan, beschränken sich in ihrer Toxizität nicht auf Insekten, sondern schädigen auch den Menschen. Sie sammeln sich im Fettgewebe und schädigen die Nerven.

  • Dieldrin
    Dieldrin wird ein östrogenartiges Verhalten nachgesagt, weswegen das Insektizid im Verdacht steht, Brustkrebs auszulösen.

Fungizide

Fungizide sind Stoffe, die Pilze beziehungsweise Pilzsporen abtöten oder Pilzwachstum hemmen. Auch von einigen dieser Mittel gehen erhebliche Gefahren für den Menschen aus. TPT (Tri-Phenyl-Zinn) beispielsweise kann bereits bei geringfügigen Kontakten zu Schädigungen des Immunsystems führen. Ein anderes Fungizid, Vinclozolin, soll nicht nur hormonell wirksam sein, sondern obendrein Krebs und Schädigungen des Erbguts hervorrufen.

Die Lösung: Cultured Meat

Ein Umstieg von der herkömmlichen Fleischproduktion auf Cultured Meat würde einen erheblichen Teil des weltweiten Einsatzes von Pestiziden obsolet machen. Angesichts der Tatsache, dass zur Produktion von kultiviertem Fleisch lediglich ein Bruchteil des Pflanzenmaterials benötigt wird, bräuchte es auch kaum noch Herbizide, Fungizide und Insektizide. Damit wäre nicht nur der Umwelt, insbesondere der Artenvielfalt ein Gefallen getan – auch der Mensch wäre damit deutlich weniger toxischen Substanzen ausgesetzt. Ein klarer gesundheitlicher Vorteil.

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Kein Einsatz von Antibiotika

Mehr als 1,2 Millionen Menschen verstarben im Jahr 2019 infolge einer Infektion mit einem Erreger, der bereits eine Resistenz gegen Antibiotika entwickelt hatte. Tendenz steigend. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet im Zusammenhang mit solchen Keimen bis zum Jahr 2050 weltweit sogar mit bis 10 Millionen Todesfällen. Dazu leistet auch die industrielle Tierhaltung einen nicht unerheblichen Beitrag.

Antibiotika-Resistenzen durch die Nutztierhaltung

Der Umstand, dass Erreger Resistenzen gegen Antibiotika bilden, ist ein natürlicher Vorgang. Mit der Zeit entwickeln die Bakterien Abwehrmechanismen gegen Substanzen, die auf sie tödlich wirken können. Das geschieht in erster Linie dann, wenn die vorgeschriebene Einnahmedauer nicht eingehalten oder das Antibiotikum unterdosiert wird. In solchen Fällen besteht die Gefahr, dass einige Bakterien überleben, sich vermehren und so möglicherweise am Wirkstoff „vorbeimutieren“. Übrig bleiben damit Bakterien, denen das Antibiotikum nichts anhaben kann. Eine ernstzunehmende Gefahr, wenn kein alternativer Wirkstoff zur Verfügung steht.

Solche Mutationen können sowohl im Menschen als auch im Tier entstehen. Von Tieren geht hier sogar eine doppelte Gefahr aus. Trägt ein Tier unentdeckt resistente Keime in sich, nimmt der Mensch diese durch seinen Fleischkonsum auf. Mit potenziell dramatischen Folgen.

Allein in Deutschland landen jährlich rund 735 Tonnen Antibiotika in den Futtertrögen der Nutztiere – in absoluten Zahlen mehr als in den Körpern der Menschen. Zum einen, um Tiere bei Erkrankungen zu behandeln. Zum anderen, weil die Gabe von Antibiotika mitunter wie ein Wachstumsbeschleuniger wirkt. Zwar ist diese Praktik hierzulande seit 2006 verboten. Weisen jedoch einzelne Tiere im Bestand Krankheitssymptome auf, so ist es erlaubt, auch gesunde Tier mit Antibiotika zu behandeln. Was das bedeuten kann, dürfte klar sein. Und: In anderen Ländern der Welt gehören Antibiotika als Wachstumsbeschleuniger zum Alltag.

Die Lösung: Cultured Meat

Cultured Meat entsteht auf sterilen Nährmedien – potenzielle Erreger gibt es nicht. Dementsprechend werden Antibiotika während dieses Prozesses nicht nur nicht eingesetzt – sie sind schlichtweg überflüssig.

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Geringeres Pandemie-Risiko

Laut einer Schätzung der Organisation für Tiergesundheit (OIE) handelt es sich bei rund 60 Prozent der Infektionskrankheiten, die den Menschen betreffen, um sogenannte Zoonosen. Also Krankheiten, die sowohl von Tier zu Mensch als auch von Mensch zu Tier übertragbar sind. Unter der Prämisse, dass diese Einschätzung zutrifft, wären Zoonosen somit jährlich für 2,5 Milliarden Krankheitsfälle und 2,7 Millionen Todesfälle verantwortlich. Auch unser Fleischkonsum spielt hier eine entscheidende Rolle.

Konventioneller Fleischkonsum als Gefahrenherd

Untersuchungen zufolge gehen rund drei Viertel aller Zoonosen auf Wildtiere zurück – unter anderem dadurch, dass der Mensch deren Fleisch zu sich nimmt. Auch die Tatsache, dass wir immer mehr Flächen zur landwirtschaftlichen Nutzung – vornehmlich, um Futtermittel für Nutziere zu produzieren - für uns vereinnahmen und in der Folge die Lebensräume von Wildtieren und Menschen immer weiter verschmelzen, begünstigt Zoonosen. Auch von der Nutztierhaltung selbst geht ein erhöhtes Risiko für Zoonosen aus. Denn die vorherrschenden Bedingungen in Agraranlagen, auf Tiermärkten und in Schlachthöfen, wo teils verletzte und kranke Tiere auf engstem Raum zusammengepfercht ihrer Weiterverarbeitung entgegensehen, begünstigen sowohl die Entstehung als auch die Verbreitung und Mutation potenziell tödlicher Keime. Mit dramatischen Folgen für die Tiere und – im Falle einer Zoonose – auch für den Menschen. Einen ersten Vorgeschmack lieferten folgende Ausbrüche der jüngeren Vergangenheit:

  • Ebola (1976, 14693 Tote, Sterberate: 44 Prozent)
  • SARS (2002, 774 Tote, Sterberate: 10 Prozent)
  • Vogelgrippe (2003, 861 Tote, Sterberate: 53 Prozent)
  • Schweinegrippe (2009, 123000-203000 Tote, Sterberate 12,3 Prozent)
  • MERS (2012, 858 Tote, Sterberate: 35 Prozent)

Die Lösung: Cultured Meat

Vor dem Hintergrund, dass der weltweite Fleischbedarf in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird – bis 2028 voraussichtlich um 13 Prozent -, ist bei einem Erhalt des Status quo in der Fleischproduktion mit einer weiteren Zunahme von Zoonosen und damit möglicherweise auch von Pandemien zu rechnen. Ein Umstieg auf Cultured Meat, dessen Herstellung unter sterilen Bedingungen im Labor stattfindet, würde das Risiko solcher, durch die Massentierhaltung bedingten Zoonosen vollständig eliminieren.

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Verbesserung der Inhaltsstoffe

Sowohl in der konventionellen Nutztierhaltung als auch in der Fischerei lässt sich die Zusammensetzung des Fleisches nicht beziehungsweise nur marginal beeinflussen. Als Konsumenten müssen wir mit dem Nährstoff- beziehungsweise Schadstoffgehalt leben, den das jeweilige Tier Zeit seines Lebens aufgebaut hat.

Fettsäuren

Mit Blick auf den Fleischkonsum sind hier unter anderem Fettsäuren zu nennen. Einige Fleischsorten – in erster Linie Schweinefleisch – sind reich an gesättigte Fettsäuren. Einige dieser Fettsäuren ziehen eine Erhöhung von Blutfetten wie Triglyzeride, LDL-Cholesterin Gesamtcholesterin nach sich, was negative Auswirkungen auf die Herz-Kreislaufgesundheit hat. Zudem geht von diesen Fetten ein erhöhtes Risiko für koronare Herzerkrankungen aus, die im Jahr 2019 immerhin für rund ein Drittel der Todesfälle in Deutschland verantwortlich waren. Demgegenüber birgt Cultured Meat einen entscheidenden Vorteil: Bei der Herstellung von Cultured Meat im Labor lassen sich gesättigte Fettsäuren durch Omega-3-Fettsäuren ersetzen, sodass sich bei Bedarf cholesterinfreies Fleisch erzeugen lässt.

Mikroplastik & Quecksilber bei Meerestieren

Die wachsende Verschmutzung der Meere führt zu einer Schadstoffbelastung, der sich auch die Meeresbewohner nicht entziehen können. Darunter leiden nicht nur Fische & Co., sondern letztendlich auch wir Menschen. Nicht umsonst wird in den Medien zunehmend vor dem Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten gewarnt.

Mikroplastik

Plastik macht rund ein Viertel des gesamten Mülls in den Meeren aus. Tendenz steigend, denn jedes Jahr kommen zwischen 5 und 12 Tonnen hinzu, ohne dass bereits existierende Plastikverschmutzungen verschwinden. Denn: Anstatt sich vollständig zu zersetzen – dieser Vorgang nimmt je nach Art des Plastikmülls zwischen hunderten und tausenden Jahren in Anspruch -, zerteilt sich das Plastik immer weiter. Das Ergebnis ist Mikroplastik, also Teilchen mit einem Durchmesser kleiner als 5 Millimeter. Meeresbewohner verwechseln diese Teilchen mit Nahrung, wodurch das Plastik zunächst in ihren Körper und somit auf die Teller der Menschen gelangt. Inzwischen enthält das Fleisch von Fischen beinahe ausnahmslos Mikroplastik.

Welche Gesundheitlichen Folgen die Aufnahme von Mikroplastik für den Menschen hat, ist bisher kaum untersucht. Im Tierversuch zeigten sich jedoch Schäden im Magen-Darm-Trakt, Beeinträchtigungen von Forbewegung, Wachstum und Fortpflanzung sowie Verhaltensänderungen. Keine rosigen Aussichten. Umso vorteilhafter wäre auch aus gesundheitlicher Sicht ein Umstieg von der Fischerei hin zu Cultured Fish, der sich im Labor vollkommen frei von Schadstoffen züchten lässt.

Quecksilber

Gesundheitliche Gefahren für Tier und Mensch birgt auch Quecksilber. Zweitausend Tonnen des Schadstoffs geraten jedes Jahr dank Bergbau und Kohlekraftwerken in die Atmosphäre. Ein Teil davon landet im Meer und als hochgiftiges Methylquecksilber in den Meeresbewohnern. Gerade Fische wie der Thunfisch, die am oberen Ende der Nahrungskette angesiedelt sind, weisen eine besonders Quecksilber-Konzentrationen auf. Durch den Verzehr von Fischfleisch nimmt auch der Mensch Quecksilber zu sich.

Die Folgen einer erhöhten Quecksilberbelastung für den menschlichen Organismus sind gravierend: Beeinträchtigung der Gehirnentwicklung bei Kindern, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nervenschädigungen. Ein Umstieg von der herkömmlichen Fischerei auf Cultured Fish löst auch dieses Problem. Angesichts der Tatsache, dass kultiviertes Fischfleisch unter sterilen Bedingungen Labor hergestellt wird, ist die Möglichkeit einer Schadstoffbelastung ausgeschlossen.

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