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Hitzewelle in Südasien

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Das Thema Klima und die sich anbahnenden schweren Folgen sind in der medialen Bearbeitung aktuell eher von geringer Relevanz. Mehrere Landtagswahlen in Deutschland, die Präsidentschaftswahl in Frankreich und vor allem der Krieg in der Ukraine sowie dessen mittelbare wie noch zu erwartenden Folgen standen und stehen im Fokus der Berichterstattung. Mancher Kommentator spricht gar von einer Medienkrise im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Auch nur am Rande wird von der seit dem 11. März anhaltenden extremen Hitzewelle in Indien und Südasien berichtet.

Über 1,5 Milliarden Menschen betroffen

Die Zahl der betroffenen Menschen ist hierbei enorm: Die im Hauptgriff der Hitzewelle befindlichen Länder Indien und Pakistan kommen alleine schon auf eine Bevölkerung von über 1,5 Milliarden Menschen. Die Auswirkungen sind schon jetzt fatal. Direkte Hitzetote, massive Ernteausfälle, Einschränkungen bei der Stromversorgung (auch bedingt durch die erhöhte Nutzung von Klimaanlagen), Hochwasser durch abschmelzende Gletscher, vermehrte und v.a. großflächige Waldbrände lassen die fast schon apokalyptische Lage erahnen. Dabei spielen weniger die Rekordtemperaturen (in Indien die höchsten seit Beginn der Aufzeichnungen) selbst, als vielmehr die Dauer der Hitzewelle eine Rolle. Meteorologen nach wird der Zustand noch länger anhalten.

Häufung erwartet

Extremwettersituationen hat es schon immer gegeben. Besorgniserregend ist jedoch die zunehmende Häufung sowie Dauer und Intensität dieser Ereignisse. Indien wurde bereits 2015 und 2019 von heftigen Hitzewellen heimgesucht, seit dem Winter 2021/2022 herrscht bereits eine ungewöhnliche Trockenheit. Wissenschaftler gehen davon aus, dass solche Wetterextreme weiter zunehmen werden. Dass 12 der 15 wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Indien nach 2006 auftraten, spricht Bände.

Weltweite Auswirkungen und Cultured Meat

Indien ist nach China der zweitgrößte Weizenproduzent der Welt. Größere Ernteausfälle können zu einer Unterdeckung der Nachfrage führen, und zwar nicht nur in Indien, sondern auch in anderen, importabhängigen Ländern. Verstärkt wird der Effekt noch durch den Krieg in der Ukraine, durch den ein weiterer wichtiger Nahrungsmittelexporteur mindestens teilweise ausfällt.

In Europa werden wir voraussichtlich lediglich mit steigenden Lebensmittelpreisen konfrontiert sein. Und das sowohl bei klassischen Getreideprodukten als auch beim Fleisch - bei letzteren u. a. durch verteuerte Futtermittel. Dieser Effekt könnte kultiviertem Fleisch preislich schneller zum Durchbruch verhelfen.
Im Gesamtkontext sei auch auf die - offensichtlich notwendigen - ökologischen Pluspunkte bei der Herstellung von kultiviertem im Vergleich zu konventionellen Fleisch verwiesen. Diese könnten ein wichtiger Baustein bei der Minderung der zu erwartenden Klimaerwärmung werden.